Leonardo Weinreich, 2025
Erleben in gedanklicher Form?
Die folgende Kritik der Auffassung, dass unsere unmittelbar gegebenen (sinnlich-qualitativen) Erlebensinhalte, wie ein Farberleben, die Form von Gedanken hätten, knüpft an den Abschnitt Qualitatives Erleben als konzeptuell/begrifflich? im Buch an.
Die Auffassung, dass unser Erleben nicht „gedanklich“ ist, für die hier argumentiert werden soll, erscheint für viele nicht nachvollziehbar. Die folgenden Überlegungen basieren darauf, wie es mir erscheint – aber da ich glaube, dass wir ein fundamental gleiches Erleben und Denken haben, werde ich zum Teil eine allgemeine Wir-Perspektive verwenden.
Objekt-Eigenschaft-Struktur
Dass das Gegebene die Form von Gedanken hat, soll z. B. bedeuten, dass es eine Objekt-Eigenschaft-Struktur hat.1 Wenn man z. B. die Farbe Weiß sieht, sieht man jedoch nur einen sinnlich-qualitativen Eindruck, einen Erlebensinhalt. Wenn man einen Tisch sieht, sieht man im Grunde nur verschiedene Farben. Man sieht nicht das Objekt Tisch und seine Eigenschaft des Braun-Seins, sondern man sieht farbige Flächen, die die räumliche Form eines Tisches bilden. Eine Form sieht man nur insofern, als man verschiedenfarbige Flächen sieht, die aneinander grenzen.2 Eine Form hat nicht die Eigenschaft einer Farbe, da die Farbe bzw. ein Farberlebnis in Kontrast zu anderen Farberlebnissen gerade erst die Form ausmacht. Das kann man sich auch anhand der einfachsten Art einer Form vorstellen: ein Kontrast zwischen zwei Farben, der z. B. als eine vertikale Linie zwischen einer Farbe links und einer anderen rechts verlaufen kann. Der Kontrast bzw. der Unterschied „an sich“ hat nicht die Eigenschaft aus zwei verschiedenen Farben zu bestehen. Die verschiedenen Farben selbst bilden den Unterschied. Des Weiteren ist „der Kontrast an sich“ (was ein Gedanke ist) nur insofern unmittelbar als Erlebensinhalt gegeben, als er im Erleben zwei verschiedener Farben besteht. Unsere Erlebensinhalte besitzen also an sich keine Objekt-Eigenschaft-Struktur.
Erkenntnisse, die wir über unser Erleben bilden, haben zwar für gewöhnlich eine Objekt-Eigenschaft-Struktur („X ist Y“), aber das, was uns in unserem Erleben gegeben ist, hat diese Form nicht – und auch wenn wir es erkennen, also wenn wir erkennen, was wir erleben, ist das ein Erkennen davon, was ist: „X ist“. Dies könnte man wiederum als eine gedankliche Form beschreiben, mittels der wir unser gegebenes Erleben erkennen – aber das Erleben selbst hat nicht die gedankliche Form „etwas ist“. Man könnte sagen, dass die Erkenntnis des Gegebenen die Form „etwas ist“ hat – das Gegebene selbst hat diese Form aber nicht.
Das Visuelle bzw. das, was wir sehen, ist uns insofern in einer Objekt-Eigenschaft-Relation gegeben, als wir z. B. einen roten Kreis bzw. ein kreisförmiges Rot sehen. Dabei erkennt man, dass das Rot im Kontrast zum andersfarbigen Hintergrund kreisförmig ist. Das Objekt besteht also nur insofern, als es einen Kontrast zwischen „Eigenschaften“ gibt.
Aus der Perspektive eines phänomenal-direkten Realismus haben wir, wenn wir z. B. etwas sehen, natürlich kein „sinnlich-qualitatives Erleben“ im bisher beschriebenen Sinne, sondern uns scheint die reale Welt selbst unmittelbar gegeben. Insofern erscheinen uns farbige Gegenstände und damit Objekte mit „Eigenschaften“ in dem Sinne, dass jedes auf diese Weise gegebene Ding farbig ist, und uns die Dinge im Sehen nur durch Farben gegeben sind. Das Gegebene als Objekte mit Eigenschaften zu beschreiben, besteht hier also eigentlich auch nur im Erkennen von (räumlichen) Formen und Farben.
Konzepte / (Logische) Kategorien
Dass das Gegebene die Form von Gedanken hat, soll z. B. auch bedeuten, dass es bereits „Konzepte“ enthält, oder dass ihm logische Kategorien zugrundeliegen, bzw. dass das Gegebene immer auf eine bestimmte Art und Weise gegeben sei, wie qualitativ verschiedenartige Erlebensinhalten. Die Unterscheidung zwischen etwas Gegebenen und einer Weise, wie es gegeben ist, scheint jedoch nicht im Gegebenen selbst zu liegen. So scheint ein Farberleben ein qualitativ singuläres Etwas zu sein.
Es heißt z. B., dass ein Farberlebnis das Konzept der Farbe enthält. Wir können uns zwar einzelne Farben vorstellen, aber die allgemeine Idee einer Farbe (die „gedankliche Form“) können wir uns nicht wirklich vorstellen – es ist eine Art abstrakte Idee, die zum Teil im Unbewussten zu liegen scheint. Die Bedeutung des (allgemeinen) Begriffs der Farbe scheint ein schwer zu fassender, abstrakter Gedanke zu sein. Trotzdem kommt es uns so vor als könnten wir auch ohne Probleme eine neue Farbe, die wir noch nie zuvor gesehen haben, als Farbe erkennen – man könnte sagen: weil unser Unterbewusstsein eindeutig weiß, was Farben sind.
Erleben bzw. sehen wir z. B. die Farbe Grün, ist dies als ein qualitatives Erleben schlicht etwas Gegebenes. Es ist wie ein Bild, das wir sehen. Zu sagen, dass es durch die Art und Weise der Farbigkeit gegeben ist, ist eine Klassifikation, die wir dem Erleben zuordnen – Grün als Farbe zu erkennen ordnet es mit anderen Farben in ebendiese Kategorie.
Wenn wir ein Erleben von Grün haben, hat dieses Erleben bzw. der Erlebensinhalt nicht die Eigenschaft Grün – das Erleben selbst besteht im Grün-Sein. Diese Unterscheidung von „Grün-Sein“ und „Erlebensinhalt“ wäre eine Unterscheidung, die nicht im Grün-Erleben selbst steckt. Zu sagen, dass etwas ein sich selbst präsentierender, qualitativer Erlebensinhalt ist, wäre eine Klassifikation, die (wie später erläutert) nur im Kontrast zu anderen Inhalten unseres Geistes getroffen werden kann (wie Gedanken und Vorstellungen, die volitiv (willentlich erzeugt) statt selbstpräsentierend ist, und möglicherweise eher abstrakt als qualitativ-sinnlich).
Ein Farberlebnis scheint insofern nicht die Information zu enthalten, dass es eine Farbe ist, als das Konzept einer Farbe (wie später erläutert) etwas ist, dass wir bilden bzw. erkennen, wenn wir die Gemeinsamkeit der Farbigkeit von verschiedenen Farberlebnissen erkennen (und ihre Verschiedenheit zu qualitativ andersartigen Erlebensinhalten). Die logischen Kategorien unseres Denkens scheinen nur aus unseren Erlebensinhalten geschlussfolgert werden zu können.
Das Konzept bzw. die abstrakte Idee einer Farbe bzw. das Farbe-Sein könnte jedem einzelnen Farb-Erleben anheften bzw. mit ihm konstitutiv verwoben sein, sodass uns beides zusammen gegeben ist. Die abstrakte Idee einer Farbe könnte aber auch als etwas vom Farb-Erleben Getrenntes aus uns selbst heraus, also aus unserem Verstand bzw. aus dem Unbewussten kommen, als eine rationalistische, internalistische Quelle. Mir erscheint es so, als wäre letzteres der Fall, aber dies scheinen andere anders zu empfinden.
Wir können jedoch möglicherweise weitere Überlegungen bzw. Erkenntnisse über den Ursprung des Konzepts Farbe aufstellen. Wir wissen nicht, ob wir allein durch das Erleben einer Farbe auch das damit verwobene Konzept Farbe erfahren würden, da wir das Konzept Farbe bereits besitzen. Wir können nur Vermutungen darüber anstellen, wie es für einen „blank slate“ Geist wäre.
Erkennen von Eigenschaften durch Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Würden wir das Konzept Farbe noch nicht kennen, und würden wir nur eine einzelne Farbe erleben, wie z. B. Grün, scheint es uns, dass wir mit diesem Grün-Erleben noch nicht wüssten was ein Farb-Erleben ist. Wenn wir jedoch zusätzlich ein Rot-Erleben haben, scheint es uns als würden wir nur erkennen, dass das Grün-Erleben kein Rot-Erleben ist, also dass Grün und Rot verschieden sind. In zwei reinen Farberleben scheinen keine Gemeinsamkeiten erkennbar. Erst wenn wir ein gänzlich anderes Erleben haben, wie z. B. wenn wir einen Ton hören, scheint es, können wir erkennen, dass Grün und Rot etwas gänzlich anderes der Ton sind, bzw. dass Grün und Rot etwas gemeinsam haben, das der Ton nicht hat. Aus einem einzelnen Farb-Erleben wie Grün und einem andersartigen Erleben wie einem Ton scheint man jedoch nicht auf ein allgemeines Konzept von Farbe abstrahieren zu können, da man nur den Unterschied vom Grün-Erleben und Ton-Erleben erkennen würde.
Zu erkennen, dass Grün und Rot Farben sind, bedeutet zugleich zu erkennen, dass Farben etwas anderes als in diesem Fall Töne sind. Die Gemeinsamkeit von Farben besteht zugleich nur im Unterschied zu anderen Erlebensqualitäten. Was eine Farbe ist, können wir nur erkennen bzw. die abstrakte Idee einer Farbe können wir nur bilden (bzw. kann unser (unbewusste) Verstand nur bilden) im Unterschied zu einem qualitativ andersartigen Erlebensinhalt, wie einem Ton. Es braucht dazu wie beschrieben zwei gleichartige Erlebensinhalte und ein andersartiges Erleben.
(Diese Argumentation soll nicht voraussetzen, dass Gleichheit immer nur mit Verschiedenheit erkannt werden kann. Denn z. B. zwei Grün-Erlebensinhalte könnte man auch so (in ihrer ganzen Erscheinung) als gleich erkennen. Wobei man hier wiederum argumentieren könnte, dass die gleichzeitig erkannte Verschiedenheit darin besteht, dass es zwei getrennte Grün-Erleben sind.)
Dieses Erkennen der Gemeinsamkeiten und Unterschiede für grundlegende Erlebensinhalte scheint jedoch kein bewusster Prozess zu sein, sondern etwas, das unser Verstand mit den gegebenen Farberlebnissen zu machen scheint.
Eigenschaften in den Erlebensinhalten?
Mit dem Konzept Farbe scheinen wir jedoch eine Ähnlichkeit bzw. Gemeinsamkeit erkannt zu haben, die von allen Farben geteilt wird, die also bereits in allen Farben steckt. (Alle Farben besäßen die „gedankliche Form“ einer Farbe.) Es könnte also sein, dass auch ein einzelnes Farb-Erleben das Konzept Farbe enthält, wir dieses aber nur in der beschriebenen Kombination erkennen. Die Farben müssen die „gedankliche Form“ einer Farbe besitzen bzw. durch diese gegeben sein, sonst wären sie keine Farben. Diese Kategorie kann insofern keine reine Zuordnung des Verstandes sein, als die Farb-Erleben selbst die „Eigenschaft“ haben müssen, diese Kategorie zu erfüllen. Man könnte einerseits sagen, dass Farben die gedankliche Form (den „Rahmen“) der Farbe haben, also dass dieser nicht im qualitativen Inhalt selbst ist.
Andererseits scheint die Verschiedenheit verschiedenartiger Erlebensqualitäten (wie Farben und Töne) sich aus den Qualitäten selbst zu ergeben, nicht aus einer „gedanklichen Form“ oder aus den allgemeinen Ideen von Farben und Tönen. Deshalb können wir auch die Verschiedenartigkeit von einem einzelnen Farb-Erleben und einem einzelnen Ton-Erleben erkennen (ohne dafür die Konzepte/Ideen von Farben und Tönen zu besitzen). So ist z. B. ein Grün-Erleben in seiner Qualität an sich verschieden von einem Ton. Dabei scheinen wir die Konzepte von Farbe und Ton schon teilweise zu erkennen – nur verwoben mit dem Grün bzw. dem bestimmten Ton, den wir hören. (Würden wir also dann andere Farben sehen, würden wir erkennen, dass Farbe nochmal etwas anderes ist, als ein Grün-Erleben im Kontrast zu einem Ton.) Die Erkenntnis der geringeren Verschiedenheit von Farben im Vergleich zu einem Ton scheint sich also aus der Qualität der Farben selbst ergeben zu können, da diese sich untereinander ähnlicher sind als zu einem Ton.
Das Konzept Farbe könnte also als zugrundeliegende Form verstanden werden, oder aber als inhärente, gemeinsame Eigenschaft. In beiden Fällen scheint es jedoch ein abstrakter Gedanke zu sein. Die Erlebensinhalte selbst scheinen hingegen gegebene, qualitative Inhalte zu sein.
So erscheinen mir die einzelnen Farben trotzdem an sich nicht als mit ihrem Farb-Sein gegeben. Ein Farb-Erleben scheint mir nicht das Konzept Farbe zu enthalten. Ein Farb-Erleben, das wir sehen, scheint an sich nicht die gedankliche Form der Farbe zu enthalten und auch nicht durch die gedankliche Form der Farbe gegeben. (Es besteht vielleicht die Möglichkeit, dass uns die Sprache bzw. die Begriffe, oder unsere Denkweisen der Schlussfolgerungen in die Irre geführt haben.) Um zu erklären wie das zusammen passt, können wir die Idee der Genese der Kategorien-Erkenntnis nochmal ausschließlich auf Farben anwenden.
Erkenntnis von Farb-Eigenschaften — Wenn wir eine Farbe als kalt/warm, hell/dunkel, intensiv/blass beschreiben, scheint dies nur im Kontrast zu unterschiedlichen Farben Sinn zu ergeben. Wenn wir ein kaltes Weiß sehen, sehen wir nicht zwei Entitäten (Kalt und Weiß). Wir können das Weiß nur deshalb als kalt beschreiben, weil wir es dieser Kategorie zuordnen. Diese Kategorie können wir wiederum nur durch Abstraktion bzw. Verallgemeinerung aus mehreren Erlebensinhalten bilden. Aus einem einzelnen Erleben von Weiß für ein Subjekt ohne vorige Erfahrung ergibt sich nicht, dass es kalt ist – wobei das Farberleben selbst trotzdem das gleiche ist. 3
Wenn alle Farben, die man je gesehen hat, alle die gleiche Helligkeit besitzen, wüsste man nicht, dass Helligkeit eine Eigenschaft in den Farben ist. Wenn man nur ein helles Grün und ein dunkles Rot sehen (kennen) würde, hätte man ebenfalls kein explizites Verständnis von Helligkeit, da man die Helligkeit des Grün dem Grün selbst zuordnen würde. Man hätte nur Kenntnis von diesem bestimmten Grün-Ton und diesem bestimmten Rot-Ton. Erst wenn wir eine zweite dunkle Farbe sehen, erkennen wir, was diese beiden im Kontrast zur dritten gemeinsam haben: Sie sind dunkel.
Isolierte und relationale Perspektive — Wir erkennen also verschiedenartige Ähnlichkeiten in den Farben, und erkennen damit „Eigenschaften“ die in den Farbqualitäten selbst zu liegen scheinen. Man könnte meinen, dass wir diese Eigenschaften nur als Relationen zwischen den Farben erkennen, und dann darauf schließen, dass es Eigenschaften in den Farben sind. Man könnte aber auch meinen, dass wir die Ähnlichkeiten/Unterschiede auch gleichzeitig als eine Eigenschaft in den einzelnen Farben erkennen. Trotzdem erscheinen uns einzelne Farberlebnisse an sich als eigenschaftslos. Aber zu den Farberlebnissen gehören auch die konzeptuellen Kognitionen. Beides scheint miteinander verwoben. Man könnte beides als verschiedene Perspektiven auf eine Farbe bezeichnen – vielleicht als die isolierte und die relationale Perspektive.
Dass Farben an sich keine Eigenschaften haben, scheint uns „phänomenal“ (unmittelbar im Erscheinen) gegeben, weil sie uns an sich so erscheinen – genauso könnte man aber sagen, dass uns Farben in Relation zu anderen Farben so erscheinen, dass sie Eigenschaften besitzen. Anhand der beschriebenen Genese der relationalen Erkenntnis kann man einerseits gedanklich nachvollziehen, dass eine Farbe die beschriebenen Eigenschaften für uns nur in Relation zu Gleichem und Ungleichem (bzw. Ähnlichem und Unähnlichem) erhält, aber andererseits auch, dass die Eigenschaften schon in den einzelnen Farben sind, auch wenn wir sie an sich nicht erkennen.
Fazit: Es scheint zwei gleichwertige Perspektiven auf die Beschaffenheit unseres Erlebens zu geben – es erscheint als singuläre Qualität in der isolierten Perspektive, und es scheint eine möglicherweise unbestimmte Anzahl an Eigenschaften zu besitzen in der relationalen Perspektive. Diese Eigenschaften scheinen insofern kognitiv bzw. konzeptionell zu sein, als sie nur in einem Teil-Aspekt eines Erlebensinhaltes bestehen.
Verschiedene fundamentale Auffassungen
Diese verschiedenen Auffassungen scheinen sehr schwer für Personen verständlich zu sein, die die jeweils andere Auffassung vertreten. So wie es mir als unmittelbar einleuchtend erscheint, dass ein qualitatives Erleben keine Objekt-Eigenschaft-Struktur hat, meinen andere, dass es für sie unverständlich ist, wie ein Erlebensinhalt dies nicht haben soll. Ich kann eigentlich nicht weiter argumentieren, als dass es mir unmittelbar so erscheint, dass mein sinnlich-qualitatives Erleben mir an sich gegeben scheint, ohne eine gedankliche Struktur zu besitzen, während es für andere diese unmittelbar zu besitzen scheint. (Ich gehe jedoch ebenfalls davon aus, dass Erkenntnis eine gedankliche Form (wie „etwas ist“) besitzt.) Damit stellt sich die Frage, ob dies nicht nur an verschiedenen Auffassungen der Begriffe liegt, sondern ob Menschen wirklich verschiedene Erlebens- bzw. Denkstrukturen besitzen. Wenn wir jedoch alle das gleiche unmittelbare Erleben gegeben haben, muss sich eine Position in der Erkenntnis des eigenen Erlebens irren, oder die verwendeten Begriffe missverstehen. (Interessant wäre auch, ob diese Auffassungen mit Auffassungen zur ontologischen (bzw. epistemischen) Verschiedenheit von phänomenalen Bewusstseinsinhalten und energetisch-materiellen Wirklichkeitsinhalten korrelieren.)
Siehe des Weiteren auch folgende Abschnitte im Buch: Unterscheidung von Erkenntnis und Erleben?; „Mythos des Gegebenen“; Sellars’ Dilemma
Erkenntnis ohne Sprache
Ideen ohne Sprache
Es scheint auch die Auffassung zu geben, dass Erkennen und Denken immer schon Sprache ist, oder immer mit Sprache verbunden ist.4 Ein qualitatives Erleben (Erfahrung) zu haben ist an sich nicht sprachlich. Wenn wir Unterschiede und Gemeinsamkeiten in unseren Erfahrungserlebnissen erkennen, scheint dies ebenfalls an sich nicht sprachlich zu sein – aber wir fangen „sehr schnell“ an, diese Erkenntnisse schon in unseren eigenen Gedanken durch Sprache auszudrücken. Sprachlichkeit kann hier als Begrifflichkeit verstanden werden, also die Zuordnung von sprachlichen Begriffen zu Entitäten wie Gedanken und Erfahrungen.
Es stellt sich die Frage, inwiefern wir (allgemeine) Ideen, als abstrahierte, verallgemeinerte Vorstellungen von Entitäten, zum Teil auch ohne Begriffe denken bzw. erkennen können. Mir scheint es, dass wir Dinge erkennen können, und eine Idee von ihnen bilden können, ohne dafür gleich ein Wort zu haben. Wir können uns z. B. eine bestimmte Form vorstellen, ohne diese mit einem Begriff benennen zu können. Die Vorstellung einer Form kann hier als Idee verstanden werden, da sie ein gewisses Maß an Abstraktion enthält, und wir sie in anderen Dingen wiedererkennen können. Wir können sie nur „bestimmte Form“ nennen, aber das ist nicht der Begriff dieser Idee. Es ist z. B. auch vorstellbar, dass Tiere ohne Sprache trotzdem Ideen besitzen.
Dass wir ohne Sprache denken können, scheint die in der Wissenschaft größtenteils vertretene Auffassung zu sein. Siehe z. B. auch Dieter Lohmar (2016) Denken ohne Sprache – Phänomenologie des nicht-sprachlichen Denkens bei Mensch und Tier im Licht der Evolutionsforschung, Primatologie und Neurologie.
Ideen als nicht-sprachlich
Selbst wenn eine Erkenntnis immer mit Sprache verknüpft ist, muss sie von ihrem Inhalt etwas anderes sein, als die bloße syntaktische Begrifflichkeit, denn die reinen Wörter enthalten keine Bedeutungen. Der Inhalt der Erkenntnis muss etwas anderes sein, als die Begriffe (Semantik) einer in Sprache gedachten Erkenntnis. Solch eine reine Erkenntnis, wie das vorsprachliche Erkennen (nicht das Erleben selbst) einer visuellen Sinneswahrnehmung, kann jedoch ein schwer zu fassender, abstrakter Bewusstseinsinhalt sein.
Auch wenn Ideen immer mit Begriffen verknüpft werden, sind sie selbst nicht Sprachliches. Es ist z. B. auch vorstellbar, dass Tiere ohne Sprache trotzdem Ideen besitzen, also abstrahierte, verallgemeinerte Vorstellungen von Entitäten.5 Versuchen wir uns eine allgemeine Idee (als die allgemeine Bedeutung eines Begriffs) vorzustellen, besteht unsere Vorstellung eigentlich mehr aus den Wörtern selbst und Reflexionen bestimmter Erfahrungserlebnisse, wie z. B. eine visuelle Vorstellung. Diese Bewusstseinsinhalte machen jedoch nicht eine allgemeine Idee aus. Eine allgemeine Idee scheint mehr ein unbewusster mentaler Inhalt zu sein. Eine „komplexe“ Idee besteht dabei aus mehreren „Wesensmerkmalen“, die selbst Ideen darstellen und tendenziell eher einzeln als abstrakter Gedanke ins Bewusstsein gerufen werden können. Allgemeine Ideen unterscheiden sich also zwar deutlich von sonstigen Bewusstseinsinhalten, aber das macht sie nicht zu etwas Sprachlichem.
Des Weiteren bestehen Bedeutungen (von Begriffen) als etwas Sprachliches zwar in Ideen, aber die „Eigenschaft“ etwas Sprachliches zu sein überträgt sich dadurch nicht auf Ideen selbst, da eine Bedeutung zu sein darin besteht sprachlich verknüpft zu sein, also mit einem Begriff bzw. einem Wort verknüpft zu sein. Ansonsten wäre jeder Bewusstseinsinhalt als Bedeutung oder Referent sprachlich, wenn wir ihn mit einem Begriff bezeichnen.
Wenn man einen Tisch als Tisch bezeichnet, macht das den Tisch, als Ding in der Welt, nicht zu etwas Sprachlichem. Ebenso scheint es sich mit mentalen Inhalten zu verhalten – nur weil wir Wörter für sie haben, müssen sie selbst nichts Sprachliches sein. Zu einer allgemeinen Idee können auch „logische Kategorien“ gehören, also z. B. dass ein Tisch ein räumliches, materielles Objekt ist.
Auch z. B. ein logisches Prinzip, wie dass nichts zugleich sein und nicht sein kann, ist kein sprachliches Prinzip, denn das würde bedeuten, dass es sich bloß um eine syntaktische Regel handelt, also eine richtige Verwendung der Begriffe. Es ist eben gerade deshalb etwas Logisches, weil diese gefühlte Notwendigkeit des Prinzips eine eigene Kategorie von mentalem Inhalt ist – Logik statt Sprache. Es ist ein Denkprinzip, dass wir bloß mittels Sprache ausdrücken. Zu wissen, was es bedeutet, dass nichts zugleich sein und nicht sein kann, liegt nicht in den Buchstaben der Aussage, sondern in der Bedeutung die man als einen mentalen Zustand erkennen kann – auch wenn wir diesen unmittelbar mit dem sprachlichen Ausdruck verknüpfen, und ihn möglicherweise mittels dem sprachlichen Ausdruck denkbar machen.
Man könnte auch argumentieren, dass das Wissen, was eine Farbe und was eine Form ist, insofern nicht sprachlich ist, als wir diese Begriffe nicht sprachlich erklären zu können scheinen. Wie sollte man beschreiben was Farben sind? Form könnte man durch „räumlich“ und „dreidimensional“ bestimmen, aber das sind im Grunde nur andere Worte für das Gleiche. Das Verständnis dieser Begriffe sind mentale Zustände bzw. Vorstellungen, die wir zwar mit diesen Wörtern verknüpfen können, die aber die Vorstellungen nicht weiter verständlich machen. Das Verstehen bzw. Erkennen selbst ist etwas nicht-sprachliches.
Voraussetzung von Sprache für das Erkennen von Wahrnehmung
Dass Erkenntnis der Wahrnehmung Sprache voraussetze, wird auch als der Einwand formuliert, dass Wahrnehmungswissen, also durch Wahrnehmung erlangtes Wissen über die Außenwelt (oder über die Wahrnehmung an sich), sprachabhängige Wahrnehmungsüberzeugungen voraussetzt.6 Eine natürliche Sprache könne nur durch andere Personen erlernt werden, was das Verstehen anderer voraussetze. Letzteres bedeute, dass wir sie bereits vor dem Spracherwerb verstehen können, also dass wir unabhängig vom Spracherwerb denken können. Grundmann (2017, 7.0 S. 341) bezeichnet die generelle Sprachabhängigkeit von Gedanken als unplausibel – wir könnten also auch nicht-sprachliche Gedanken bzw. Überzeugungen haben. (Als weiteren Einwand scheint Grundmann anzuführen, dass Überzeugungen nicht vollständig gerechtfertigt sein müssen, um Wissen zu sein. Das könnte hier letztlich so verstanden werden, dass wir nicht sicher wissen müssen, was andere unter Begriffen verstehen, um eine Sprache zu erlernen.)
Das Erlernen einer Sprache bedeutet hier, zu erkennen, was andere mit Begriffen meinen. Andere zu verstehen bedeutet hier aber ebenfalls, zu wissen, was sie unter Begriffen verstehen. Das Argument wäre also: Um zu erkennen, was andere mit einem Begriff meinen, muss ich wissen, was sie mit dem Begriff meinen. Spracherwerb wäre ein Mysterium, wenn wir nicht wüssten (bzw. erkennen könnten), was andere denken. Die Lösung ist hier, dass wir letztlich nur annehmen, was andere unter Begriffen verstehen – bzw. dass wir unser eigenes Verständnis der Begriffe durch den Sprachgebrauch anderer entwickeln. Nach Wittgenstein (1953) sei es jedoch eine Illusion, dass wir Begriffe auf einer völlig nonverbalen und nicht-begrifflichen Grundlage aufbauen können (Haddock 2026, 23.). Zu Wittgensteins Argument gegen die Möglichkeit einer Privatsprache siehe des Weiteren rationale-philosophie.de/ostension.
Private Objekte? — Ohne private ostensive Definitionen gebe es nach Wittgenstein (1953) auch keine privaten Objekte (Haddock 2026, 6.), von denen nur man selbst wissen kann, dass man sie hat, wie unsere introspektiven Sinneserscheinungen. Natürlich können nicht nur wir die Gegenstände sehen, die wir sehen – aber mein Sehen eines Gegenstandes „habe“ nur ich selbst. Dass andere Subjekte gleiche Wahrnehmungen haben, ist jedoch nur eine Annahme – wir können nur unsere eigenen Bewusstseinsinhalte erleben. Dem liegt die Erkenntnis des indirekten Realismus zugrunde, also dass wir nicht wie beim direkten Realismus die Wirklichkeit selbst unmittelbar erfahren. Was Wittgensteins Argumentation zugrunde zu liegen scheint, ist, dass er die fundamentale erkenntnistheoretische Auffassung ablehnt, dass alles uns unmittelbar Gegebene nur unser Erleben ist, welches als dieses nur uns selbst zugänglich ist. So wollte Wittgenstein den Dualismus aus (begrifflicher) Sinnlichkeit und (nicht-begrifflichem) Verstand beseitigen.
Nach der Auffassung, dass das Erkennen unserer Wahrnehmung Sprache voraussetzt (Haddock 2026, 23.), ist auch das Verständnis einer (öffentlichen) Sprache nötig, zu wissen welche Bedeutungen andere mit den Wörtern verknüpfen (also andere zu verstehen). Das wiederum kann so verstanden werden, dass man Wissen von den mentalen Inhalten anderer hat, bzw. dass man die gleichen hat. Das wiederum sei daran geknüpft, dass wir gleiche Wahrnehmungen von den Dingen haben, über die wir sprechen. Damit sei unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit kein „privates Objekt“, sondern etwas von allen geteiltes. Somit scheint insgesamt gezeigt werden zu sollen, dass die Erkennbarkeit der eigenen Wahrnehmung voraussetzt, dass wir alle grundsätzlich gleiche Wahrnehmungen haben – was ein absurder Zusammenhang ist.
Nicht-begriffliche Erkenntnis — Das Konzept von privaten Objekten, auf die wir unsere Aufmerksamkeit richten können, ohne einen Begriff für sie zu haben, ist nach Wittgenstein (1953) eine Illusion (Haddock 2026, 34.). Die Auffassung, dass wir eine sinnliche Empfindung mit einem Wort benennen können (private ostensive Definition) (Haddock 2025, 33. bis 36.), sei inkohärent (37.), da Empfindungen nicht als eigene Empfindungen gedacht werden könnten, wenn sie gleichzeitig nicht durch Begriffe, also an sich begriffslos gegeben sein sollen (wie ein rein sinnlich-qualitatives Erleben).7 Meine (durch Sinnlichkeit gegebenen) Empfindungen müssten mir durch Begriffe in Urteilen gegeben sein. (Damit würde der Dualismus von Sinnlichkeit und Verstand abgelehnt werden.) Empfindungen seien für Wittgenstein keine privaten Objekte, sondern als Eigenschaften von Substanzen öffentlich sichtbar (Haddock 2026, 40.). Empfindung würden erst durch die Begriffe sichtbar werden, die in empirischen Urteilen vereint werden (42.). Nach Wittgenstein könnten wir unsere Aufmerksamkeit nur dank unseres Verständnisses von Begriffen auf bestimmte Empfindungen richten (34.). Wir könnten unsere Aufmerksamkeit nur auf etwas fokussieren, also einen Teil unseres Erlebens vom Rest unterscheiden, wenn wir einen Begriff dafür bzw. ein Konzept davon haben. Somit sei die Vorstellung eines privaten Objekts, das mir nicht durch Begriffe gegeben sei, eine Illusion. Siehe dazu eine Analyse von Kants Argumentation der „transzendentalen Deduktion“ unter rationale-philosophie.de/t-deduktion.
Die Argumentation kann so verstanden werden, dass man die Idee bzw. das Konzept von etwas besitzen muss, um seine Aufmerksamkeit auf eine konkrete Instanz davon zu richten – bzw. würde beides gleichzeitig geschehen: Wenn man etwas, als eines Teil der momentanen Erfahrung bzw. des momentanen Erlebens, erkennt, also ihm vom Rest abgrenzt, hat man damit auch ein „Konzept“ davon gebildet. Somit wären jedoch weder Begriffe noch Konzepte vorausgesetzt.
Atkins, Richard K. (2018) Charles S. Peirce’s Phenomenology. Analysis and Consciousness
Grundmann, Thomas (2017) Analytische Einführung in die Erkenntnistheorie
Haddock, Adrian
(2025) Vorlesung: Einführung in die Theoretische Philosophie. „Von Kant zu Wittgenstein“. Uni Leipzig (WiSe 2025/26)
(2026) Vorlesung: Einführung in die Theoretische Philosophie. „Wittgenstein (II)“. Uni Leipzig (WiSe 2025/26)
Kant, Immanuel (1781) Kritik der reinen Vernunft
McDowell, John (1994) Mind and World
Musgrave, Alan (1993) Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
Wittgenstein, Ludwig (1953) Philosophische Untersuchungen
1 „[…] no one could count as making even a directly observational judgement of colour except against a background sufficient to ensure that she understands colours as potential properties of things.“ McDowell 1994, Lecture 1, 5. McDowell beschreibt darauf folgend die Konzepte zum Verstehen von Farbe jedoch als ein Verständnis über etwas in der Wirklichkeit, das unabhängig vom Erleben ist. Er scheint also Farbe nicht als einen Erlebensinhalt, sondern als einen Wirklichkeitsinhalt zu verstehen. Dies entspräche einem naiven Realismus, oder aber einem phänomenal-direkten Realismus.
Bei Kant (1781, transzendentalen Analytik) hieß es, dass eine sinnliche Anschauung (abstrahiertes einzelnes empirisches Urteil) eine Synthese enthält. Eine Empfindung zu haben bedeute, dass einem etwas auf eine bestimmte Weise erscheint, was bedeutete, dass man ein einzelnes empirisches Urteil fällt, wie „Dieser Apfel ist rot“. (Wobei die Empfindung dabei eher als Bezugsobjekt von „rot“ zu verstehen ist.) Siehe dazu auch rationale-philosophie.de/t-deduktion.
2 Siehe z. B. die Phänomenologie von C. S. Peirce bezüglich der Trennung mentaler Konzepte, nach welcher wir zwar Raum von Farbe unterscheiden und abstrahieren können, da Raum selbst keine Farbe haben muss, aber Raum und Farbe – zumindest visuell – nicht dissoziieren können, da wir uns Raum nur zusammen mit Farbe visuell vorstellen können. (Atkins 2018, 42)
3 C. S. Peirce hat in seiner Phänomenologie Farbwert, Sättigung und Helligkeit als Qualitäten der Qualitäten Farben beschrieben (Atkins 2018, 133 f.). Dabei sind dies jedoch keine eigenständigen qualitativen Bewusstseinsinhalte, wie Farben, sondern aus den verschiedenen Farben abstrahierte Eigenschaften bzw. Zusammenhänge von Farben. Sie beschreiben die Ähnlichkeiten von Farben, und ordnen einzelne Farbe somit auf einem Spektrum ein.
4 Vgl. den Fall einer taubblinden Person, die eine auf Berührung basierende Sprache erlernte, und meinte, dass sie erst durch Sprache ein Ich-Bewusstsein und die Vorgänge bzw. Inhalte ihres Bewusstseins erkannte (bzw. überhaupt erst ein Bewusstsein dieser entwickelte) (Musgrave 1993, Kapitel 4, 2., S. 68 f.).
5 So wird von der Position, welche von der Begrifflichkeit unseres Erlebens ausgeht, auch zum Teil zugegeben, dass Kleinkinder nonverbale Ideen besitzen können (Haddock 2026, 46).
6 Vgl. auch die Unterscheidung nicht-propositionaler Wahrnehmung und propositionalen Wahrnehmen-Dass (Musgrave 1993, Kapitel 3, 6.) – letzteres besteht zusätzlich im Bilden von (sprachlichen) Überzeugungen. Das Verstehen von Sprache bzw. Begriffen ermögliche das Sehen-Dass (S. 57). Das Formulieren von Aussagen ist jedoch, entgegen dem Anschein des Begriffs eines Sehen-Dass, keine Art eines Sehens.
7 McDowell (1994, I, 7.) meint, dass Wittgensteins Privatsprachenargument letztlich zeigen soll, dass unser sprachliches bzw. konzeptuelles Vermögen reine nicht-konzeptuelle Innenerscheinungen (rein qualitatives Erleben) nicht erfassen kann, also dass unsere Überzeugungen nicht in einem derart Gegebenen gründen können. (Siehe auch den Abschnitt „Mythos des Gegebenen“; Sellars’ Dilemma.) „If a concept is constituted by a justificatory linkage to a bare presence, which is what its being a private concept would amount to, then spontaneity does not extend as far as it.“ (7.) McDowell (7.) meint, dass Konzepte durch Abstraktion aus dem Gegebenen (Sinneswahrnehmung) gebildet werden könnten, sei letztlich die Idee privater, ostensiver Definition. Gerade dies scheint in Wittgensteins Argumentation jedoch nicht vorzukommen. McDowell geht jedoch wie Wittgenstein davon aus, dass Sinneswahrnehmung bereits einen konzeptionellen Gehalt hat, bzw. begrifflich gegeben ist, siehe rationale-philosophie.de/mcdowell.